
- Fotostativ richtig verwenden - Peter Klau
Eigentlich ist ein Fotostativ doch eine einfache Angelegenheit: aufstellen, die Kamera darauf befestigen und fertig! Dennoch gehen viele Fotografen zu lässig mit einem Stativ um und nutzen die verschiedenen Neigewinkel und Einstellungsmöglichkeiten zu wenig. Dabei machen sich ein guter Aufbau und die Wahl der richtigen Position später beim Fotografieren bezahlt und verleihen der Kamera außerdem die größtmögliche Stabilität. Es lohnt also, sich vor dem Gebrauch eines Fotostativs ein paar Gedanken zu machen.
Den richtigen Blickwinkel suchen
Bevor Sie sich Gedanken über den Standort des Stativs machen, schauen Sie sich um und suchen den richtigen Blickwinkel für das zu fotografierende Objekt. Falls es die Zeit erlaubt, erkunden Sie das Objekt aus verschiedenen Blickwinkeln. Aufnahmen von einem Stativ sind ja meistens keine schnellen Schnappschüsse. Ein Blick durch den Sucher kann helfen, zu sehen, wie das spätere Foto aussehen wird.
Ein Bein des Stativs sollte auf das Objekt zeigen
Stellen Sie das Stativ so auf, dass ein Bein zum Objekt hin zeigt. Dadurch schaffen Sie Platz vermeiden Sie eine Stolperfalle und stabilisieren das Stativ, wenn das Gelände nach vorn abfällt.
Halten Sie die Mittelsäule senkrecht zum Boden
Um sicherzustellen, dass das Gewicht der Kamera gleichmäßig auf die drei Beine verteilt wird, muss die Mittelsäule senkrecht zum Boden ausgerichtet sein. Gute Stative verfügen über Wasserwaagen (auch Libellen genannt), die Ihnen bei der Ausrichtung helfen. Falls Ihr Stativ keine eingebauten Libellen hat, gibt es diese Geräte recht preiswert im Fachhandel.
Vermeiden Sie die Mittelsäule auszuziehen
Die Mittelsäule ist der wackeligste Teil des ganzen Stativs. Diese voll auszuziehen sollten Sie nur als letzte Möglichkeit genutzt werden, um für das Bild die perfekte Höhe einzustellen.
Eine L-Klammer verwenden
Verwenden Sie bei Hochformat-Aufnahmen eine so genannte L-Klammer. Diese im Fachhandel erhältliche Klammer erlaubt Ihnen, die Kamera im Hochformat auf das Stativ zu montieren. Dadurch bleibt die Kamera im Zentrum des Stativs und Sie gewinnen ein paar Zentimeter an Höhe.
Gewicht bei großen Objektiven
Verwenden Sie große Objektive, folgen diese der Schwerkraft und neigen sich nach unten. Deshalb ist es wichtig, das Gewicht gleichmäßig zwischen Kamera und Objektiv zu verteilen. Deshalb verfügen große und schwere Teleobjektive immer über eigene Anschlüsse zur Befestigung auf einem Stativ. Benutzen Sie diese Anschlüsse zur Befestigung und „hängen“ Sie die Kamera an das Objektiv.
Wenn der Wind weht
Für viele Stative ist die Belastbarkeiten in kg angeführt. Damit ist nicht etwa die Belastbarkeit durch Kamera oder Fotograf gemeint, sondern inwieweit sich die Stabilität durch Zusatzgewichte steigern lässt. Wer schon einmal versucht hat, bei stärkerem Wind gute Langzeitbelichtungen hinzubekommen, kennt das Problem. Unter windigen Bedingungen kann es helfen, mit etwas mehr Gewicht für Stabilität zu sorgen. Viele Stative haben unter der Mittelsäule einen Haken. Hängen Sie dort Ihre Kameratasche oder einen anderen Gegenstand daran, das sollte vor dem Verwackeln einer Aufnahme schützen. Achten Sie jedoch darauf, dass die Tasche nicht vor die Stativfüße schlägt, dann verlieren Sie Stabilität.
Was Sie beim Aufstellen beachten sollten
Obwohl das Aufstellen ein mühsamer Prozess zu sein scheint, lohnt es sich, hier eine gewisse Sorgfalt darauf zu verwenden. Nur mit einem stabilen Fotostativ gelingen gute Aufnahmen. Ein schlampig aufgestelltes Stativ kann umfallen und Ihnen die Kamera oder Objektive ruinieren.
Es gibt kein Stativ, das für jeden Einsatzzweck optimal geeignet ist, wohl aber welche, bei denen man in vielen Situationen so gut wie keine oder nur wenige Kompromisse eingehen muss.
Ein Stativ ist das beste Mittel gegen verwackelte Bilder, doch wenn gerade keines verfügbar ist, helfen Ihnen die folgenden Tipps: Wie Sie Ihre digitale Kamera richtig halten.
