
- Immer mehr Fotokameras haben Videofunktionen - Peter Klau
Professionelle Filmemacher lieben das Filmen mit einer digitalen Fotokamera. Besonders SLR-Kameras liefern Bilder, die sonst nur mit großem Equipment zu erzielen sind. Dabei sind die digitalen Spiegelreflexkameras im Vergleich zu professionellen Filmkameras auch noch sehr handlich und ermöglichen das Filmen auf kleinstem Raum. Aber für den ambitionierten Amateur müssen es keine teuren Spiegelreflexkameras sein, auch kompakte Apparate liefern heutzutage ausgezeichnete Videos, die sich auf dem PC ganz einfach weiter verarbeiten lassen. Das Filmen mit bewegten Bildern verlangt eine andere Arbeitsweise als durch den Sucher zu schauen und zum richtigen Zeitpunkt auf den Auslöser zu drücken. Die folgenden Ratschläge sollen helfen, möglichem Frust vorzubeugen.
Story und Action
Bevor Sie Ihre Kamera in den Videomodus schalten sollten Sie sich ein paar konzeptionelle Gedanken machen. Sie benötigen ein Thema, eine Geschichte, die Sie erzählen oder einen Menschen den Sie vorstellen wollen. Selbst wenn Ihr Video nur ein paar Minuten dauert, sollten Sie vorher wissen, welche Einstellungen nötig sind. Ein paar handgeschriebene Notizen oder Skizzen sind hier sehr hilfreich. Versetzen Sie sich in die Rolle des Zuschauers: Was interessiert ihn an der Geschichte? Was will er sehen? Wie wollen Sie beginnen, wie soll das Ende aussehen? Achten Sie außerdem darauf, dass genügend Bewegungen und Aktion im Spiel sind.
Haben Sie die Geschichte skizziert oder in Ihrem Kopf zurecht gelegt, machen Sie sich Gedanken zur formalen Umsetzung. Der Videomodus einer digitalen Kamera gibt Ihnen dazu sehr viel Spielraum. In Zusammenarbeit mit der richtigen Schnittsoftware können dabei erstaunliche gute Werke entstehen. Studieren Sie im Fernsehen die unterschiedlichen Stile: Vom Dokumentarfilm bis in kurzen Einstellungen geschnittenen Musikvideo, alles ist möglich.
Auch der Ton ist wichtig
Leider führen die in den Kameras eingebauten Mikrofone selten zu brauchbaren Tonaufnahmen (es gibt auch Ausnahmen). Oft übertönen die Kamerageräusche die eigentliche Aufnahme. Ist der O-Ton wichtig, kommt man ohne externes Mikro und Aufnahmegerät kaum zurecht. Ist der O-Ton weniger wichtig, kann der Streifen am PC mit einem vernünftigen Mikro mit einem Kommentar oder Musikuntermalung versehen werden.
Denken Sie beim Filmen an Ihr Konzept. Halten Sie die Kamera ruhig oder verwenden Sie ein Stativ, verwackelte Bilder sieht niemand gerne. Meiden Sie außerdem hektische Kameraschwenk und Zooms. Jede Einstellung sollte einen eindeutigen Anfangs- und Endpunkt haben.
Am PC alles zusammenfügen
Besonders für Anfänge ist es schwer zu entscheiden, wie viel Material für ein Video benötigt wird. Wer alles filmt, was ihm in die Quere kommt, produziert viel Abfall und muss sich hinterher durch riesige Datenmengen kämpfen. Aufnahmen in HD-Qualität benötigen Dutzende von Gigabytes, was die Auswahl nicht leichter macht. Ein Film gewinnt an Qualität, wenn Sie eine Szene aus mehreren Blickwinkeln filmen oder mit Detailaufnahmen ergänzen. Filmen Sie jede Einstellung etwas länger als nötig, um beim Schneiden Reserven zu haben. Zum Scheiden des Rohmaterials gibt es inzwischen viele gute Software, wie zum Beispiel Premiere Elements von Adobe oder Videostudio von Corel (vormals Ulead), Studio HD von Pinnacle oder Video Easy von Magix oder iMovie von Apple. Auch das kostenlos erhältlich Movie Maker 2 von Microsoft ist sehr gut.
Während das Publikum qualitative Mängel gerne verzeiht, führt das sinnfreie Zusammenschneiden der einzelnen Videoclips schnell zum großen Gähnen. Entfernen Sie jede Szene, die nicht in Ihr Konzept passt, auch wenn Sie noch so gut gelungen ist. Wenn Sie nicht mit harten Schnitten arbeiten wollen, verwenden Sie die von der Software angebotenen Überblendeffekte. Örtliche oder zeitliche Wechsel können durch Ein- oder Ausblenden (Fade) signalisiert werden. Nutzen Sie die zahlreichen Möglichkeiten der Schnittsoftware die Helligkeit und Farben zu bearbeiten.
Die Schnittsoftware Windows Movie Maker bietet eine reichhaltige und dennoch kostenlose Werkzeugkiste zum Organisieren und Bearbeiten von Videos – auch für im HD-Format aufgenommene Filme. Lesen Sie selbst.
